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Ängste und ihre Überwindung

(c) Dr. med. Piet Westdijk, Sattelgasse 4, CH - 4051 Basel (durch Dr. med. Piet Westdijk, Abendvortrag am Dienstag, 28. September 1999 um 20.00 Ihr imBegegnungszentrum Mühle Lengnau, Ref. Kirchgemeinde) Ängste und ihre Überwindung: Ich fange mit mir selber an. Ich empfinde jetzt Angst oder
eine gewisse Beklemmung, indem ich vor Ihnen stehe. Was werden Sie zu dem, was ich
sagen werde, sagen? Werde ich Fehler machen? Habe ich bei der Vorbereitung etwas
Wesentliches vergessen? Damit es mir diesbezüglich besser geht, werde ich mich Ihnen ein
bißchen vorstellen. Mein Name ist holländisch. Sie hören vielleicht auch, daß ich dorther
komme. Ich bin aber schon seit 1981 in der Schweiz, zuerst in Zürich und seit 1987 in Basel.
Ich bin von Beruf Arzt, Psychiater und auch Kinderpsychiater und habe eine Praxis im
Zentrum von Basel. Und Sie? Wer sind Sie? Ich muß es aushalten, daß ich dies nicht erfahren
werde. Der Nachteil eines Vortragsverhältnisses.
Ich habe also Angst. Was ist Angst eigentlich? Das Wort Angst ist mit den Wörtern „Enge“und „Einengung“ verwandt. Das lateinische und medizinische Wort „Angina“ ( = Halsweh)gehört auch dazu. D.h. daß Angst ein sehr körperlich betontes Gefühl ist. Angst kann sichsehr unterschiedlich und auch in unterschiedlichem Grad äußern, und zwar in allenKörperorganen. Erklärt wird dies dadurch, daß all diese Organe mit dem zentralenNervensystem verbunden sind und so – einfach gesagt – in ihrer Funktion beschleunigt odergehemmt werden können. Meistens gibt es bei Angst Beschleunigung der Funktionen, wiez.B. beim Herzrasen. Auch bei den Lungen gibt es oft eine Überfünktion, wasHyperventilieren heißt. Man atmet dabei – einfach gesagt - zu viel, was chemischeVeränderungen im Körper auslöst, die sich körperlich manifestieren, was wieder zu Angstführen kann, wodurch man zu viel atmet, etc. = Teufelskreis). Bei anderen Organen kannAngst z.B. Durchfall oder Brechen auslösen, ein Zittern in allen Gliedmassen, Schwitzen,u.s.w. Es kann aber auch sein, daß gewisse Funktionen bei Angst gehemmt werden, wie z. B.
eine Blockade oder Lähmung. Man kann z.B. nicht mehr reden oder sich gar nicht mehrbewegen.
Was werden Sie von mir über die Angst hören? Sie erwarten wahrscheinlich einenmedizinischen Vortrag über Ängste und über was man dagegen machen kann. Dies könnte ichIhnen liefern. Es gäbe darüber viel zu sagen. Vielleicht haben Sie es auch schon erlebt, daßIhr Hausarzt gar nicht verlegen ist, wenn Sie ihm sagen, daß Sie unter Ängsten leiden. Es gibtPillen dagegen. Alte Pillen, wie Valium, Temesta und Xanax, die aber sehr schnell zu einerAbhängigkeit führen. Oder neue Pillen, wie Fluctin und Zoloft und noch viele andere, die aufeiner anderen Weise abhängig machen, was aber noch nicht so bekannt ist.
Ist Angst aber eine Krankheit? Wenn nicht, bin ich als Arzt sofort nicht mehr Experte. WirÄrzte haben nur Ahnung von Krankheiten, sicher nicht von „Gesundheiten“. Es spricht vieldafür, Angst als eine Krankheit oder modern gesagt als eine Störung zu betrachten. Es gibtauch Namen dafür wie Panikstörung, was eine episodisch paroxysmale Angst ist, odergeneralisierte Angststörung oder z.B. eine Phobie, was eine Angst vor einer speziellenSituation ist, wie Höhe oder eine Ansammlung vieler Menschen. Dies sind genau definierteZustände, für die es auch genau definierte Behandlungen beschrieben sind. Leider bringendiese Behandlungen häufig abgesehen von neuen Krankheiten wie Abhängigkeiten wenigoder nichts. Warum machen wir uns dann die Mühe, Angst als Krankheit zu sehen? Ichglaube, weil eine Angststörung besser einzuordnen ist, als wenn man das Phänomen Angsteinfach offen lassen würde. Wie Aggressivität bei einem Kinde. Wer will schon zugeben, daßsein Kind aggressiv ist? Es ist viel angenehmer die Aggressivität als eine Krankheit zu sehen, (c) Dr. med. Piet Westdijk, Sattelgasse 4, CH - 4051 Basel wie das infantile POS (Psychoorganische Syndrom) oder wie es jetzt heißt eine Aktivitäts-und Aufmerksamkeitsstörung. So wird es auch einfacher sein, aus der Angst eine Krankheitzu machen. Der Nachteil (für mich) ist dann aber, daß dann nur die Ärzte zuständig sind.
Sie merken, daß ich nicht unbedingt finde, daß Angst mit Krankheit gleichgestellt werdensollte. Ich finde es zu simpel. Es paßt zu unserer Tendenz, alles Unangenehme als Krankheitanzuschauen und so wegzustecken. Wenn diese angeblichen Krankheiten dann noch geheiltwürden. Dies geschieht aber leider nicht. Es heißt dann, daß es sich um chronische Störungenhandelt, von denen gewisse Leute leider befallen seien. Die Ausgrenzung beginnt. Sie sollendoch nicht uns belästigen. Sie sollen zum Arzt gehen, oder, wenn `s nicht besser wird, in dieKlinik. Es findet eine Ausgrenzung statt, die für die Nicht-Ausgegrenzten von Vorteil zu seinscheint. Sie kennen dieses Phänomen vielleicht von der Schule oder von der Arbeit. Eswerden immer höhere Ansprüche gestellt, wodurch immer weniger Leute genügen. Die,welche nicht genügen, kommen auf Nebengleise wie die Kleinklasse oder was die Arbeitbetrifft in spezielle Arbeitslosenprojekte. Ich halte wenig von diesen Ausgrenzungen. DasResultat ist nämlich, daß es immer weniger normale Leute gibt und immer mehr abnormaleoder wie man es auch sagen will. Ein weiteres Resultat ist, daß man Angst bekommt, aucheinen solchen Stempel zu erhalten. Womit wir wieder beim Thema Angst sind.
Ich lade Sie ein, Angst normal zu finden. Jeder Mensch kennt Angst. Behaupte ich mal. Ichfinde sogar, daß es Angst braucht. Angst ist für den Menschen eine Schutzfunktion, ohne dieer sich dauernd gefährden würde. Wenn wir uns an Grenzen unserer Fähigkeiten begeben, wiedie Dame auf dem Einladezettel für diesen Anlaß, die an einer Wand klettert und beiirgendwelchen Pannen oder Fehlern wegen der Schwerkraft abstürzen würde, bekommt unsdas Gefühl von Angst, von Beklemmung. Gott sei Dank haben wir dies. Sonst gäbe es nochmehr Unfälle. Oder ein anderes Beispiel: Wenn wir an ein Examen gehen, bei dem sichzeigen könnte, daß wir uns entweder nicht genügend vorbereitet haben, oder daß wir für diegeprüften Fähigkeiten trotz guter Vorbereitung doch nicht genügen, bekommen wir Angst.
Wir können z.B. vorher nicht essen, müssen brechen, haben Durchfall oder sonst was chaibs.
Auch hier kommen wir an Grenzen, hinter denen Überforderung und Probleme lauern. Angstist hier als Warnzeichen ernst zu nehmen. Wenn wir diese Zeichen überspielen oder mitMedikamenten dämpfen, wird die Gefährdung nur größer.
Eine Grenze, die uns allen gestellt ist, ist der Tod. Es gibt Wissenschaftler, die jede Angst aufAngst vor dem Tod zurückführen. Jede Grenzüberschreitung, jede Überforderung führttatsächlich bei Mißachtung der Warnsignale früher oder später zum Tod. Angst und Tod sindwie Bruder und Schwester mit einander verbunden. Jemand der sagt, daß er keine Angst vordem Tod hat, kennt sich nicht. Jeder Mensch will leben. Wir Psychotherapeuten nennendieses Phänomen den Lebenstrieb, das élan vitale, das zu jedem Menschen gehört, es seidenn, daß er in einer schweren Depression ist und sich sogar sehnt, endlich sterben zu können.
Zurück zur Angst: Es gibt unterschiedliche Menschen, die unterschiedlich auf Situationenreagieren. Es gibt z.B. die Angsthasen, wie die für Kinder mühsamen Mütter, die überallGefahren wittern. Und es gibt an der anderen Seite die Waghalsigen oder Risikofreudigen, fürdie jegliche gefährliche Situation sogar ein Kick darstellt, die für den Organismus wie eineDroge wirkt. Immer höher beim Klettern, immer tiefer beim Tauchen, immer verrückter beimErforschen von Höhlen, etc. Sie kennen dies bei den sogenannten Erlebnistouren, einezunehmende Einnahmequelle im Tourismus. Daß es daneben offenbar immer mehrAngsthasen gibt, erscheint dabei verständlich.
(c) Dr. med. Piet Westdijk, Sattelgasse 4, CH - 4051 Basel Bis jetzt haben wir also festgestellt, daß Angst nicht unbedingt mit Krankheit gleichzustellenist, sondern eher ein Warnsignal für den Menschen ist, dem von seinem Wesen her gewisseGrenzen gestellt sind, mit als letzte Grenze der Tod. Wenn wir also von einer Angstepidemiein dieser Zeit sprechen, müssen wir uns fragen, warum so viele Menschen in solcheGrenzgebiete des menschlichen Funktionierens hineingeraten und so verständlicherweiseAngst zeigen.
Diese Frage ist an sich keine medizinische Frage, sondern erst mal eine gesellschaftliche odersoziologische. Es betrifft die Frage nach Veränderungen in der Gesellschaft. Wir sehen z.B.,daß es in der westlichen Gesellschaft immer mehr Isolation gibt. Während früher Menschen inihren Sippen, ihren Dorf- und Arbeitsgemeinschaften eingebettet waren – was an sich typischmenschlich ist -, lösen sich diese Gemeinschaften immer mehr auf. Kerneinheiten wie Familiesind nicht mehr selbstverständlich. Immer mehr Menschen sind auf der Suche nachAlternativen, weil sie in der herkömmlichen Familie schwer enttäuscht sind. Während dieserWandlungsphase werden aber viele Menschen isoliert, auch Einzelfamilien, die z.Bmigrationsbedingt nicht mehr den Rückhalt der früheren Mehrgenerationenfamilien haben.
Ich meine, daß Kinder, die in Lengnau aufwachsen, sehr häufig beim Erwachsen-werdenausziehen, nicht nur aus ihrer Herkunftsfamilie, sondern z.B. auch in einen anderen Kanton.
Es lösen sich aber nicht nur Strukturen auf, sondern auch bewährte Gewohnheiten, diesogenannten Normen, die den Menschen helfen, sich beim Unterscheiden zwischen richtigund nicht richtig zu orientieren. Diese strukturellen und normativen Änderungen führen zueiner Überforderung des Einzelmenschen, der nur einen gewissen Grad an gleichzeitigerVeränderung ertragen kann und so eher an seine Grenzen gelangt.
Diese jetzt besprochene soziologische Veränderung läßt wiederum fragen, wie denn dieserProzeß in der Gesellschaft begründet ist. Diese zweite Frage führt in den Bereich derPhilosophie. Es betrifft das Warum und Wozu des menschlichen Wirkens in der Welt. Warumund für was lebt der Mensch, was für gedankliche Prozesse haben veranlaßt, daß er die altenStrukturen losläßt und sich waghalsig in neuere stürzt, die aber nicht abschließend abgeklärtoder ausgekundschaftet sind. Diese Fragen sind sehr grundlegend. Ich könnte sie im Rahmendieses Vortrag nicht abschließend behandeln.
Ich habe aber schon einige Ideen dazu. Weil wir schon in einer Kirche sind, möchte ich Sieauf eine Aussage von Jesus aufmerksam machen, der sagte: In der Welt habt ihr Angst; aberseid getrost, ich habe die Welt überwunden (Joh. 16, 33). Er bestätigt hier, was ich vorherausgeführt habe. In der Welt gibt es Angst, die offenbar nicht so schnell zu beseitigen ist. Dasist jetzt mal so. Er sagt an dieser Stelle nicht wieso es dazu gekommen ist. An anderen Stellenin der Bibel wird es aber deutlich, daß es dadurch kommt, daß der Mensch den Kontakt zuseinem Schöpfer, seinen Entwerfer, verloren hat. Dies zeige sich v.a. dadurch, daß derMensch Gottes Regeln über Bord geworfen hat. Diese Regeln wären an sich Zeichen GottesLiebe gewesen, nämlich eine Art Leitplanken, die uns davor bewahren würden, daß wir nichtdauernd über unsere Grenzen hinweg leben würden. In der zweiten Hälfte des genanntenTextes tröstet er uns aber. Es ist nicht alles verloren, Er habe die Welt bereits überwunden,womit Er nicht sagt, daß alle, die an Ihm glauben keine Angst mehr haben müßten, sonderndaß Hilfe in Aussicht ist. Wir dürfen Hoffnung haben. Diese Hoffnung trägt die ganze Kirchevon Jesus Christus. Durch diese Hoffnung ist vieles entstanden, das den Menschen geholfenhat. Durch das Vorbild und durch die Kraft von Jesus ist es möglich, den, der Angst hat,zuzuhören und mit ihm oder ihr zu reden. Sie oder er muß nicht mehr alleine sein. Er oder siehat jemand an der Seite und kann selber durch die Hoffnung auf Jesus aufgestellt werden.
(c) Dr. med. Piet Westdijk, Sattelgasse 4, CH - 4051 Basel Es sind also doch nicht nur die Ärzte, die für Angst zuständig sind, sondern, wenn dieseBotschaft von Jesus Ihnen etwas sagt, jeder, der eine Begegnung mit Jesus gemacht hat,daraus Kraft schöpft und in dieser Kraft auch anderen Menschen begegnen will.
Wenn es dann doch schwieriger wird, kann immer noch ein Experte hinzugezogen werden,nicht aber in erster Linie für Medikamente, sondern für ein seelsorgerisches therapeutischesGespräch.

Source: http://ppsb-dialog.ch/wp-content/uploads/2011/07/aengste_und_ihre_ueberwindung.pdf

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Si ricorda che: - LA DOMANDA DI SERVIZIO CIVILE VA INVIATA A : ISPETTORIA SALESIANA VIA ROMA 138 19121 LA SPEZIA - LE DOMANDE VANNO INVIATE ENTRO IL 27 LUGLIO 2009 ENTRO LE ORE 14.00 (NON FA FEDE IL TIMBRO POSTALE) PROGETTO SCUOLA ALLEGRA DOVE: scuole salesiane di Firenze, Genova e Vallecrosia CHI: 18 volontari COME: con solo vitto QUANDO: 5 giorni a

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